Text von Georg Rehm
Datum 02.04.07

"Seelsorgeraum" bildet sich Iangsam
Pilotprojekt Hauptthema im Dekanatsrat- Projektgruppe
mit Vertretern des Ordinariats

Füssen (reh). Kurz und knapp verlief die jüngste Sitzung des katholischen Dekanatsrats im Pfarrheim St. Gabriel im Füssener Westen. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung des Dekanates, das zum Seelsorgeraum zusammenwachsen soll. Auf Wunsch von Bischof Walter Mixa wird hier ein Pilotprojekt durchgeführt, das als Modellprojekt für andere Teile der Diözese Augsburg dienen kann. Erste Ergebnisse sind gemeinsame Projekte in der Jugendarbeit oder in der Ehe und Familienseelsorge.

In seiner Begrüßung entschuldigte sich Dekanatsratsvorsitzender Manfred Sailer aus Füssen für die kurzfristige Einladung und dankte den Delegierten für ihr Kommen. Die besondere Entwicklung des katholischen Dekanats Füssen im Auftrag von Bischof Walter Mixa hätte kurzfristig noch eine Änderung der Tagesordnung ergeben können.

Mit einem Text des ehemaligen Bischofs von Innsbruck, Reinhold Stecher, über den Sieg der Sonne über die Dunkelheit der Täler setzte er einen hoffnungsvollen österlichen Gedanken als geistlichen Impuls an den Beginn der Sitzung.

Dekan und St.-Mang-Stadtpfarrer Monsignora Karlheinz Knebel stellte den Stand der Dekanatsentwicklung vor. Bereits seit 2004 läuft das Projekt, das zum Ziel hat, die Seelsorge im Dekanat stärker zu vernetzen, Angebote und Initiativen besser abzustimmen und damit mehr Menschen zu erreichen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten.

Inzwischen hat sich eine Projektgruppe gebildet, bei der auch Vertreterinnen und Vertreter des Ordinariats und der Bischöflichen Finanzkammer mitarbeiten. Diese soll diesen Prozess verstärken und das Pilotprojekt durchführen.

„Zwei Lungenflügel"

Seelsorge und Verwaltung als zwei Lungenflügel - dieses Bild gebrauchte Dekan Knebel, als er erste Details schilderte. Die wohnortnahe Seelsorge soll eine Säule bilden und daneben die Zusammenarbeit im größeren Raum pfarrübergreifend gefördert werden. Dabei kommt dem Dekanatsrat eine wichtige Rolle zu, sagte er. Der Dekanatsrat soll ein Gremium werden, in dem die Laienarbeit verstärkt besprochen und koordiniert werden soll. In der Verwaltung sollen die Kirchenstiftungen in ihren immer komplexer werdenden Aufgaben durch einen Verwaltungsfachmann unterstützt werden, der vor allem in der Verwaltung der Kindergärten und im Personalwesen Aufgaben übernehmen soll.

Inzwischen nimmt auch Manfred Sailer als Vertreter für die Laiengremien an den Sitzungen der Projektgruppe teil. Noch in diesem Jahr sollen erste konkrete Schritte für die stärkere Zusammenarbeit veröffentlicht und umgesetzt werden. Dazu vereinbarte der Dekanatsrat eine zusätzliche Sitzung. Sie findet am 10. Juli statt.

Familienpolitik

Zu Beginn der Sitzung hatte Roland Miller, der neue Delegierten des Dekanats im Diözesanrat, über seine Arbeit berichtet. Bei der Konstituierung der Unterausschüsse im Diözesanrat ist er nicht zuletzt wegen seines Berufs als Lehrer in der Fachgruppe „Ehe, Familie und Bildung" gelandet. Dieser hatte sich gleich aktuell mit dem Thema Familienpolitik zu befassen, nachdem Bischof Mixa mit seinem Statement eine kontroverse Diskussion angefacht hatte. In seinem Beschluss stellte der Ausschuss die Situation der Familien in den Mittelpunkt und forderte eine echte Wahlmöglichkeit vor allem für die betroffenen Frauen und eine gleichberechtigte Förderung durch den Staat.

Eine Tafel für Arme auch im Dekanat Füssen
Monsignore Karlheinz Knebel gibt den Anstoß

Füssen (reh). „Armut gibt es auch bei uns". Unter diesem Motto stieß Dekan Monsignore Karlheinz Knebel zusammen mit Franz Gast, dem Geschäftsführer des Caritaskreisverbandes Ostallgäu, im Dekanatsrat das Thema Tafel an. Gast berichtete von der Tafel in Marktoberdorf und Buchloe. Die Mitteilung, dass es auch in Füssen bereits Interessierte gibt, die an einer Tafel mitarbeiten würden, machte die örtlichen Verantwortlichen hellhörig. Die Menschen sollen miteinander in Kontakt

kommen und der Wille wurde deutlich, dass in Füssen nach dem Vorbild von Marktoberdorf und Buchloe eine Tafel unter dem kirchlichen Dach eine Heimat finden soll. Offen und ausführlich stellte Gast die Chancen und Grenzen dieses ehrenamtlichen Projekts vor und ging auf die Fragen aus dem Plenum ein. Klar wurde auch, dass das eine Aufgabe ist, die sich nur im Zusammenwirken vieler Kräfte und Kompetenzen umsetzen lässt. Auch hier wird die Zusammenarbeit auf Dekanatsebene eine wichtige Rolle spielen.

Eine Herausforderung

Weiter aktuelle Themen sind das Gymnasium „G8", die Reform der Hauptschule und die Einführung der Ganztagsschule mit möglichen Auswirkungen. In der nächsten Vollversammlung wird sich der Diözesanrat mit dem Thema Armut beschäftigen als Herausforderung für Gesellschaft, Staat und Kirche, berichtete Roland Miller.

TERMINBÖRSE IM DEKANAT

• 28. April: Von 9 bis 12 Uhr lädt die Dekanatsjugendseelsorge zum Dekanatsfirmlingstag nach Füssen ein.

• 2. Mai: Der Pfarrgemeinderat Zell lädt ins Pfarrheim nach Speiden ein zu einem Vortrag unter dem Titel „Was ist drin in Fruchtzwergen und Co?".