News zur Pfarreiengemeinschaft 
St. Mang; Zu den Acht Seligkeiten; St. Walburga;

Pfarrgemeinderatswahl 2006

Der neue Pfarrgemeinderat der Pfarreien Zu den Acht Seligkeiten und St. Mang setzt sich wie folgt zusammen:

Vorstand:

Msgr. Karlheinz Knebel, Stadtpfarrer
Manfred Sailer, PGR-Vorsitzender
Eduard Schropp, stellvertr. Vorsitzender

Mitglieder:

Bernhard Isidor;   Driendl Cornelia;
Hofmann Annelies;    Müller Sabine;
Roth Waltraud;    Böck Lucia;
Filo Christian;   Ledermann Ottilie;
Schimmer Rita;   Schumann Barbara

sowie die hauptamtlichen Mitarbeiter in der Seelosorge:

Pfr. Kazimier Piotrowski,    Gemeindereferent Georg Rehm, 
Pastoralreferent Christian Schulte,    Pfarrhelferin Brigitte Böck

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Sept 2004

Auf dieser Seite möchten wir Sie über die veränderte aktuelle Situation unserer Pfarrgemeinde "Zu den Acht Seligkeiten" unterrichten, welche ab September zu einer Pfarreiengemeinschaft gehören wird.

Aus der Predigt von Stadtpfarrer Monsignore Karlheinz Knebel beim St. Mang-Fest

Füssener Blatt - Der Lokalteil im Ostallgäu - von Arno Späth

Drei Pfarreien stellen sich neu auf
St. Mang, Acht Seligkeiten, St. Walburga bilden Gemeinschaft

Füssen/Roßhaupten/Rückholz. Füssen-West-Pfarrer Hans-Ulrich Schneider wird am 1.September neuer Seelsorger in Roßhaupten und Lechbruck. Zum gleichen Zeitpunkt wird die Pfarreiengemeinschaft Füssen mit Füssen-St. Mang, Zu den Acht Seligkeiten und St. Walburga-Weißensee eingerichtet. Und die katholische Pfarrei Rückholz kommt nicht, wie ursprünglich geplant, zur Pfarreiengemeinschaft Seeg/Lengenwang, sondern sie bildet ab 1. Januar 2005 eine Gemeinschaft mit Nesselwang.

Der Priestermangel in der Diözese Augsburg ist der Hauptgrund für das Bilden von Pfarreiengemeinschaften Er bringt jetzt das Personalkarussell in Schwung. Aber auch in den Kreis der hauptamtlichen Laienmitarbeiter der Kirche kommt im Dekanat Füssen Bewegung (siehe auch Wer macht was?").

Die Folgen der bevorstehenden Veränderungen innerhalb der Pfarreien des Dekanats Füssen beschrieb gegenüber unserer Zeitung der Dekan und Stadtpfarrer von Füssen St. Mang, Karlheinz Knebel: "Die Leute müssen ich stärker daran gewöhnen, dass der Pfarrer nicht mehr immer und überall dabei ist." Außerdem werde sich beispielsweise beim Gottesdienst-Angebot mancher Lebensrhythmus verändern. Im Hinblick auf die Pfarreiengemeinschaften "müssen wir in großen Zusammen hängen denken", so Monsignore Knebel.

Wie unsere Zeitung Anfang Februar berichtete, bleiben nach den Plänen der katholischen Kirche nur die Pfarreien St. Nikolaus Pfronten und St. Andreas Nesselwang selbst ständig. Alle anderen waren zu diesem Zeit punkt bereits oder werden in absehbarer Zukunft zu Pfarreiengemeinschaften zusammen geschlossen. Diese Pläne "durchkreuzten" jetzt die Rückholzer Katholiken: 85 Prozent wünschten sich bei einer Umfrage nicht die Gemeinschaft mit den Pfarreien Seeg und Lengenwang, sondern mit Nesselwang.

Für Georg Rehm, zuletzt Wallfahrtsreferent in der Wies und ab 1. September Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Füssen, kommt das Rückholzer Ergebnis nicht überraschend. "Es ist gibt noch viele Überlegungen", sagte er. Dies könne dazu führen, dass "bislang angedachte Pfarreiengemeinschaften ein anderes Bild erhalten".

Die Pfarreiengemeinschaft Füssen mit St. Mang, Acht Seligkeiten und St. Walburga wird am 1. September Wirklichkeit. Dann gibt es für keine der drei Pfarreien einen eigenen Pfarrer mehr. Die Gemeinschaft hat nur einen gemeinsamen, verantwortlichen Pfarrer, einen zweiten Priester und einen Ruhestandpfarrer: Monsignore Knebel steht als Leitender Pfarrer an der Spitze der Gemeinschaft. Kasimir Piotrovski wird als zweiter Priester in der Seelsorge mitarbeiten. Er wird in Teilen des Pfarrhofes von Acht Seligkeiten wohnen, ist deshalb aber nicht "der Pfarrer von Acht Seligkeiten". Dass Oskar Schneider in Weißensee als Ruhestandspfarrer weiter priesterlichen Dienst versieht, "das ist für die Gemeinschaft eine glückliche Fügung", sagt Pfarrer Knebel.

Das Miteinander stärken
Wenn auch die Pfarreiengemeinschaft drei Seelsorger haben wird, heißt das noch lange nicht, dass einer nur in einer Kirche seine Gottesdienste zelebriert. Wer wann wo dasMessopfer feiert, das regelt der wöchentliche Dienstplan", gewährt Pfarrer Knebel Einblick in die Organisation. Er selbst wird künftig siecher jeden zweiten Sonntag in Acht Seligkeiten Gottesdienst halten". Trotz oder gerade wegen des Priester-Schwunds ist die Pfarreiengemeinschaft in den Augen von Knebel "eine Chance, das Miteinander und die Zusammenarbeit der Pfarreien zu stärken und die Kirche neu aufzustellen".

Künftig weniger Gottesdienste
in St. Mang und Acht Seligkeiten


Füssen (asp). Nicht erst mit der Einrichtung der Pfarreiengemeinschaft Füssen am 1. September, sondern bereits ab 1. August wird es in Füssen weniger Gottesdienste als bisher geben. Das gilt für St. Mang wie für Acht Seligkeiten. Zum ersten Mal gibt es im August für Acht Seligkeiten während des Urlaubs von Pfarrer Schneider keine Urlaubsvertretung.

Die Folge des Personalengpasses: Es findet in einer Kirche nicht mehr jeden Werktag eine Messe statt. Die Gottesdienste werden im Wechsel in St. Mang (Montag und Freitag, jeweils 8.30 Uhr), Zu den Acht Seligkeiten (Dienstag und Donnerstag, jeweils 8.30 Uhr) und am Mittwoch in der Krippkirche (7 Uhr) gehalten. Sollte eine Trauerfeier dazu kommen, dann "ist das Requiem der Gottesdienst", erklärte Dekan Knebel.

Nach den Ferien wird's besser
Auch am Sonntag kommt es zu weniger Gottesdiensten: Standen in St. Mang bislang am Sonntag drei Messen im Kirchenanzeiger, sind es ab 1. August nur noch zwei: um 10 Uhr und um 11.30 Uhr. Die Samstag-Vorabendmesse findet nicht mehr auch in Acht Seligkeiten, sondern nur noch um 18 Uhr in St. Mang statt. Erst nach der Ferienzeit ab September, wenn in der Pfarreiengemeinschaft zwei Priester da sind, gibt's in Füssen-West in Acht Seligkeiten (18 Uhr) wieder eine Vorabendmesse.

Ab September wird das Gottesdienst-Angebot während der Woche um Abendmessen ergänzt: am Dienstag um 19 Uhr in St. Mang, am Mittwoch und Freitag um 17 und um 19 Uhr in Acht Seligkeiten, am Donnerstag in der Spitalkirche.

Wer macht was in der Pfarreiengemeinschaft?
Hans-Ulrich Schneider wird Leitender Pfarrer für Roßhaupten/Lechbruck/Rieden am Forggensee

Füssen/Roßhaupten/Lechbruck (asp). 18 Pfarreien zählt das katholische Dekanat Füssen. Ursprünglich hatte jede ihren eigenen Pfarrer. Aufgrund des Priestermangels gibt es das aber nicht mehr. Der Begriff Pfarreiengemeinschaft wird mehr und mehr Realität. Wer in den vorhandenen oder vor ihrer Errichtung stehenden Pfarreiengemeinschaften was macht? Gegenüber unserer Zeitung gaben Dekan Knebel und Gemeindereferent Rehm einen Überblick.

In der Pfarreiengemeinschaft Roßhaupten/ Lechbruck/Rieden am Forggensee waren bisher in Roßhaupten Paterjan Bloch Leitender Pfarrer und in Lechbruck Pater Edward Wastag zweiter Priester. Jan Bloch und Edward Wastag übernehmen am 1. September in Kempten neue Aufgaben.

Neuer Leitender Pfarrer der Gemeinschaft wird der bisherige Pfarrer von Füssen-West, Hans-Ulrich Schneider. Er wird alleine die Pfarreien Roßhaupten und Lechbruck betreuen. Den Seelsorgedienst in Rieden versieht

weiterhin Ruhestandspfarrer Friedrich Glaser. - In der Pfarreiengemeinschaft Zell/Hopferau wird sich nichts ändern. Darius Niklewicz bleibt alleiniger Pfarrer. In der Pfarreiengemeinschaft Seeg/Lengenwang/Rückholz, ist der Leitende Pfarrer Alois Meisburger. Er betreut zur Zeit neben Seeg auch Rückholz. In Lengenwang wird der bisherige Pfarrer Stefan Ried künftig als Ruhestandspfarrer Meisburger zur Seite stehen. In Rückholz aber wurde vor wenigen Tagen eine Umfrage abgeschlossen. Dabei entschieden sich 85 Prozent gegen die Pfarreiengemeinschaft mit Seeg und für die Gemeinschaft mit St. Andreas in Nesselwang. Leitender Pfarrer wird der Nesselwanger Seelsorger Siegfried Blanz, ein zweiter Priester ist nicht vorgesehen.

In der Pfarreiengemeinschaft Füssen wird Dekan Monsignore Karlheinz Knebel, Leitender Pfarrer. Als zweiter Priester wurde der Gemeinschaft Kazimierz Piotrowski zur seelsorglichen Mitarbeit angewiesen. Der jetzt 45-jährige Piotrowski war bis vor acht Jahren zwei Jahre lang Benefiziat in Füssen St. Mang. In

der Pfarreiengemeinschaft soll er ein eigenverantwortliches Aufgabengebiet erhalten. Dazu zählen die Seelsorge in den Altenheimen, die Krankenkommunion sowie die Kontaktpflege mit der Hospizbewegung und den ambulanten Pflegediensten. Auf den Schultern von Karlheinz Knebel ruht die Verantwortung für die gesamte Pfarreiengemeinschaft. Außerdem ist er verantwortlich für die drei Kirchenstiftungen St. Mang, Acht Seligkeiten und St. Walburga und "Personalchef' von rund drei Dutzend hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Zu Letzteren zählt Pfarrhelferin Brigitte Böck. Sie steht den Priestern als ein "wichtiges Element" zur Seite. Zu ihren Aufgaben gehört beispielsweise die Konzeption der Kindergottesdienste in der Pfarreiengemeinschaft. Pastoralreferent Christian Schulte und Gemeindereferent Georg Rehm ergänzen in der Pfarreiengemeinschaft Füssen das Team der hauptamtlichen Laienmitarbeiter. Zu den Aufgaben von Schulte gehören die Dekanats-Jugendseelsorge, die Kurseelsorge und

die Vorbereitung der Firmung. Georg Aehms Arbeitsschwerpunkte sind neben dem Religionsunterricht an der Hauptschule die Exerzitien im Alltag für Erwachsene, Kinderbibeltage, die Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und die Öffentlichkeitsarbeit der Pfarreiengemeinschaft. Außerdem ist Rehm für die Diözese im Bereich Gemeindeberatung/Organisationsentwicklung tätig.

Kein Ersatz
Im sich drehenden Personalkarussell der hauptamtlichen Laienmitarbeiter im Dekanat Füssen hat neben Georg Rehm auch Brigitte Steidele Platz genommen. Rehm war früher in den Diensten von Acht Seligkeiten und kehrt jetzt nach vierjähriger Tätigkeit als "Wallfahrtsreferent" in der Wies nach Füssen zurück. Brigitte Steidele war bislang Pastoralassistentin in Seeg. Sie wechselt zum 1. September in die Pfarreiengemeinschaft Altenstadt an der Iller. Für Steidele kommt kein Ersatz nach Seeg, erklärte Dekan Knebel.

Frauenbund verlegt Messfeier
Eingestellt auf die neue Gottesdienstordnung der Pfarreiengemeinschaft hat sich der Katholische Frauenbund. Bisher besuchten die Frauen am ersten Donnerstag im Montag die 8-Uhr-Messe in St. Mang. Weil künftig dieser Gottesdienst in Acht Seligkeiten gefeiert wird, verlegen die Frauen den Besuch auf die erste Freitag-Messe im Monat in St. Mang. Denn sie wollen ihrer Tradition treu bleiben, die Eucharistiefeier mit einem Kaffee-Plausch im Stadtcafé ausklingen zu lassen.


Das Seelsorgeteam
Füssen (asp). in der künftigen Pfarreiengemeinschaft Füssen trifft das Seelsorgeleam die wesentlichen Entscheidungen. Dabei geht es beispielsweise um Fragen der Gottesdienstordnung. Dem Seelsorgeteam steht Monsignore Karlheinz Knebel als Leitender Pfarrer vor. Außerdem gehören ihm alle hauptamtlichen Mitarbeiter, Vertreter der Kirchenverwaltungen, die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und die Vertreter der "Ehrenamtlichen" an. Zu Letzteren zählen beispielsweise die Laien, die Kinder auf die Erstkommunion vorbereiten.

1. Warum Pfarreiengemeinschaft gebildet werden

Folgende Texte wurden aus dem Internet entnommen und teilweise gekürzt. In den Überschriften sind die Links zu den Original-Seiten eingebettet.

Pfarreiengemeinschaften im Kommen

Die "Altersstruktur der aktiven Priester" zeigt, daß die Gruppe der älteren Priester recht hoch ist, wobei jedoch die Region, und hier besonders das Dekanat Pfaffenhofen, noch gar nicht so schlecht gestellt ist wie der Durchschnitt der übrigen Diözese.

Wie geht es mit der Kirche weiter?

Die Entwicklung des Priesternachwuchses ist erschreckend; in 10 Jahren werden in den über tausend Pfarreien unserer Diözese ein Viertel weniger Priester zur Verfügung stehen, außerdem ging es mit den Pfarrverbänden (Arbeitsgemeinschaft mehrerer Pfarreien mit mehreren Priestern) nicht so gut wie erhofft. Ermutigenderes zeigte dann aber der Blick auf die Lebendigkeit vieler Pfarreien, die einen gemeinsamen Priester haben.

Pfarreiengemeinschaft: Was ist das?

Der Diözesanpastoralrat (Gremium des Bischofs) schlug aus diesem Grund vor, in dieser Richtung weiterzudenken und die Pfarreiengemeinschaften in der Größe zwischen 3.500 und 5.000 Katholiken zusammenzuschließen unter der Leitung eines Pfarrers und seines Seelsorgeteams. Für den ländlichen Raum kann das den Zusammenschluß von bis zu sieben Pfarreien (in Einzelfällen noch mehr: siehe Ehekirchen) bedeuten. Im Seelsorgteam arbeiten der leitende Pfarrer, ein Gemeindereferent oder eine -referentin, je ein PGR-Vorsitzender oder eine Vorsitzende aus jeder Pfarrei und je ein Vertreter der drei Grunddienste in einer Pfarrei (Verkündigung, Gottesdienst und Caritas) zusammen. Die Hauptaufgabe der Hauptamtlichen ist dabei vor allem die Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Eigenständigkeit der einzelnen Pfarreien soll nach diesem Modell erhalten bleiben. Die Einrichtung von Großraumpfarreien mit einer Zentralkirche wird abgelehnt. Die Gründung von einzelnen Pfarreiengemeinschaften geht von der Lebensfähigkeit der einzelnen Pfarrei aus und möchte diese in ihrer Eigenständigkeit stärken. Jede Pfarrei soll in Zukunft nicht so sehr (vom Priester) versorgte, sondern mitsorgende Gemeinde sein, soll selber für die Seelsorge verantwortlich sein. Alle Christen sollen sich für die Lebendigkeit ihrer Pfarrei mitverantwortlich fühlen. Ich möchte es mit dem Bild eines Fußballspielers so ausdrücken: die einzelnen Christen sind nicht mehr Zuschauer, sondern Feldspieler.

Der PGR muß sich in Zukunft noch stärker als Seelsorgegremium verstehen, das dafür auch mehr Verantwortung und mehr Kompetenz erhalten wird. Unser Bischof hat den Weg der Pfarreiengemeinschaften nicht als den Idealweg bezeichnet, wohl aber als einen Realweg. Natürlich löst diese vorgesehene Veränderung Fragen und Ängste aus, die nicht unter den Teppich gekehrt werden dürfen - und zwar bei Laien und Priestern. Werden wir genügend ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter/innen in den Pfarreien finden in einer Zeit, in der das ehrenamtliche Engagement eher abnimmt? Werden die Ehrenamtlichen, die ja das Hauptstandbein dieses Konzeptes bilden, nicht überfordert werden? Sie haben ja alle einen Beruf und in der Regel auch eine Familie, die sie nicht vernachlässigen dürfen. Wird der Umdenkungsprozeß in unseren Pfarreien von der versorgten zur mitsorgenden Gemeinde gelingen? Können die Pfarrer noch Seelsorger sein, oder müssen sie zu Managern und Teamleitern werden? Können sie noch Kontakt zu den Menschen finden, den Kindern, den Jugendlichen, den Eheleuten ,den Kranken, den Alten? Wird das Bild des Pfarrers noch so anziehend sein können, daß junge Menschen diesen Weg gehen wollen? Und doch ist es wichtig, nicht nur die Probleme zu sehen, sondern auch die gesunde Herausforderung und die Chance, die in den Pfarreiengemeinschaften liegt. Könnte es nicht eine Chance sein, wenn Priester und Laien nun wirklich mehr aufeinander angewiesen sind, weil einer ohne den anderen nicht mehr auskommen kann? Gibt es nicht die Einrichtung des Pastoralseminars in der Diözese, das die Ausbildung und Begleitung der Ehrenamtlichen bisher sehr gut gemacht hat? Kann nicht das Seelsorgeteam eine echte geistliche Gemeinschaft werden, in der sich auch der Priester und die Hauptamtlichen zuhause fühlen?

In welchem zeitlichen Rahmen sollen diese Pfarreiengemeinschaften verwirklicht werden?

Es ist nicht gedacht, an einem bestimmten Stichtag überall solche Pfarreiengemeinschaften einzurichten. Es wird mit Modellen angefangen werden (in der Region Altbayern: Burgheim und Karlshuld), die auch besonders begleitet werden. Man wird lernen müssen, die Erwartungen der Menschen an die neuen Verhältnisse anzupassen - der Pfarrer wird z. B . nicht mehr an jeder Pfarrgemeinderatssitzung teilnehmen können. Bei einem Pfarrerwechsel wird die Neubesetzung nach der neuen Planung, die erst noch im Werden ist, vorgenommen werden. Im Herbst 1996 fanden in allen acht Regionen unserer Diözese Informationsversammlungen mit den Priestern und den mitverantwortlichen Laien statt, in denen auch die Fragen und Ängste angesprochen wurden. Hier wurde aber auch deutlich, daß es keine rechte Alternative zu diesem "Augsburger Weg" gibt. Sollte man einfach noch mehr ausländische Priester in den Pfarreien einsetzen? Die Diözesanleitung möchte diesen Weg nicht gehen. Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch die Frage nach anderen Zugangswegen zum Priesterberuf wieder wach: Können nicht bewährte Männer zu Priestern geweiht werden, auch wenn sie verheiratet sind? Warum läßt die Kirche nur männliche Bewerber für das Diakonat zu? Ist die sonntägliche Eucharistiefeier nicht ein höheres Gut, als die Ehelosigkeit der Priester?

Eines möchte ich zum Schluß noch bemerken: Veränderte Strukturen machen nichts neu - sie sind Hilfsmittel, nicht mehr und nicht weniger - Neues schafft ein neuer Geist, der österliche Geist der communio. Jesus ist den Jüngern immer in der Gemeinschaft erschienen. Diesen Gemeinschaftsgeist brauchen wir zwischen Priester und Priester, zwischen Priester und Laien und unter den Gläubigen in unseren Pfarreien. Und das ist der gleiche Geist, von dem Paulus im 2. Thimotheusbrief schreibt:

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

In diesem Geist wollen wir die kommenden Aufgaben annehmen!

Aus: "Treffpunkt" - Pastoral-Seminar Augsburg
Hans Seeberger, Pfarrer in Jengen
(leicht verändert)

 

Auszug aus dem Statut für die Pfarreiengemeinschaften als Seelsorgeeinheiten in der Diözese Augsburg (Amtsblatt Nr. 9 vom 23. Juli 1998)

Wesen und Aufgaben der Pfarreiengemeinschaft

Die Pfarreiengemeinschaft bildet eine Seelsorgeeinheit in Form des Zusammenschlusses mehrerer benachbarter, rechtlich selbständig bleibender Pfarreien, die einem gemeinsamen Pfarrer zur Gesamtverantwortung und -leitung anvertraut sind. Sie erfüllt kirchliche Aufgaben und dient einer Stärkung der pastoralen Dienste sowie einer Straffung der Verwaltungsaufgaben ihrer Mitgliederpfarreien.

Pfarreiengemeinschaften werden nach Anhörung der beteiligten Pfarreien, des Dekans und des Regionaldekans sowie nach Maßgabe der diözesanen Planung gebildet und durch Dekret des Bischofs von Augsburg oder seines Generalvikars errichtet. Der Sitz und die Anschrift einer Pfarreiengemeinschaft richten sich nach dem Dienstsitz des Pfarrers.

Die Pfarreiengemeinschaft nimmt als kooperative Seelsorgeeinheit nach Maßgabe der örtlichen Gegebenheiten pastorale Aufgaben ihrer Mitgliedspfarreien wahr, die von den beteiligten Pfarreien gemeinsam sachgerechter erfüllt werden können. Die Mitgliedspfarreien sind über die sie betreffenden Vorgänge jährlich im Rahmen einer Pfarrversammlung oder eines Pfarrbriefes zu unterrichten.

Organe der Pfarreiengemeinschaft

Organe der Pfarreiengemeinschaft sind der Pfarrer als deren Vorsitzender und das Seelsorgeteam.

Das Seelsorgeteam besteht aus:

1. dem Pfarrer als Vorsitzenden

2. weiteren Priestern, die in der Pfarreiengemeinschaft tätig sind

3. den hauptberuflichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

4. den Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte der beteiligten Pfarreien

5. einem Vertreter der Kirchenpfleger der Mitgliedspfarreien

6. je einem Vertreter der Grunddienste Liturgie, Verkündigung, Diakonie

7. je einem Vertreter für Ehe- und Familie und Kinder- und Jugendpastoral

8. zwei weiteren Beauftragen für besondere Seelsorgsbereiche

9. einem Vertreter der Verbände

Ergänzung aus 
"Pastorale Richtlinien zur Pfarreiengemeinschaft als Seelsorgeeinheit in der Diözese Augsburg":

"Es ist sinnvoll, daß in der gesamten Pfarreiengruppe, für die ein Pfarrer zuständig ist, ein gemeinsames Beratungsgremium mit dem Pfarrer die gesamte Seelsorge im Blick hat". Diese Aufgabe nimmt das Seelsorgeteam wahr, das Beratungsgremium und Leitungsteam in einem ist. Zum Seelsorgeteam einer Pfarreiengemeinschaft zählen nicht nur die hauptberuflichen Mitarbeiter/innen (Gemeindereferent/in, evtl. ein weiterer Priester und/oder Diakon, in besonders gelagerten Fällen ein Pastoralreferent/in bzw. Pastoralassistent/in - ggf. können Pastoralreferenten/innen im kategorialen Dienst mit einem Teilauftrag in der Pfarreiengemeinschaft tätig werden), sondern auch die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden, ein/e Delegierte/r der Kirchenpfleger/innen und die Beauftragten für die drei Grunddienste. Außerdem ist an je eine/n Beauftragte/n für Jugend, Ehe und Familie, Verbände, und evtl. weitere (nicht mehr als zwei) zentrale Aufgaben zu denken.

Die Aufgabenstellung des Seelsorgeteams zur Realisierung der Seelsorgeeinheit unter Wahrung der Eigenständigkeit der einzelnen Pfarreien wird durch eine eigene Satzung geregelt. Die Satzung muß genügend Spielraum für situationsgerechte und flexible Lösungen lassen. Die Beschlüsse des Seelsorgeteams sind für alle Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft nach Maßgabe dieser Satzung verbindlich.

Da das Seelsorgeteam für die Pfarreiengemeinschaft im ganzen zuständig ist, kommt in den einzelnen Pfarreien für deren spezifischen Belange und ihre Identität den Bezugs- oder Kontaktpersonen eine besondere Bedeutung zu. In erster Linie ist der/die Pfarrgemeinderatsvorsitzende als Ansprechpartner/in, Koordinator/in und Vermittler/in für die verschiedenen Anliegen zu nennen. Neben der/dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden hat in vielen Gemeinden auch der/die Kirchenpfleger/in, der/die Pfarrsekretär/in oder der/die Mesner/in eine bereichsübergreiende Bedeutung als Ansprechpartner/in. Das Grundprinzip, daß die gesamte Pfarrgemeinde immer mehr zur Trägerin der Pastoral werde, kann nur realisiert werden, wenn die Verantwortlichen in den einzelnen Bereichen und Diensten (ob ehrenamtlich oder hauptberuflich) über ihre Sachkompetenz hinaus auch als Bezugs- und Kontaktpersonen in ihrem Bereich gelten. Um fruchtbare Arbeit zu ermöglichen, müssen ihre Aufgabenbereiche eindeutig definiert und mit entsprechender Verantwortungskompetenz ausgestattet sein.

Das Seelsorgeteam bespricht und regelt jene pastoralen Angelegenheiten und Maßnahmen, die alle Mitgliedspfarreien betreffen und die gemeinsam geplant und durchgeführt werden müssen. Ihm obliegt vornehmlich die Sorge um grundsätzliche Regelungen pastoraler Schwerpunkte.

Ergänzung aus dem 
"Statut für die Pfarreiengemeinschaften als Seelsorgeeinheit in der Diözese Augsburg"
Art. 6:

Organe der Pfarreiengemeinschaft

(1) Organe der Pfarreiengemeinschaft sind der Pfarrer als deren Vorsitzender
und das Seelsorgeteam.

(2) Die Gesamtverantwortung und Leitung einer Pfarreiengemeinschaft obliegt dem vom Bischof, zum Vorsitzenden der Pfarreiengemeinschaft ernannten Pfarrer. Er übt diese im Zusammenwirken mit dem Seelsorgeteam als dem gemeinsamen pastoralen Beratungs- und Leitungsgremium der Mitgliedspfarreien

(3) Anstelle der einzelnen Pfarrgemeinderäte kann auf Antrag, für eine Wahlperiode begrenzt, ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat für die Pfarreiengemeinschaft gebildet werden; ein solcher Antrag wird vom Pfarrer nach Anhörung der beteiligten Pfarrgemeinderäte gestellt. Die Bildung eines gemeinsamen Pfarrgemeinderates bedarf der Zustimmung des Bischöflichen Ordinariates. Bei Bildung eines gemeinsamen Pfarrgemeinderates muß eine entsprechende Wahlordnung erstellt werden.

Die Pfarreiengemeinschaft findet bei der Begleitung und fachlichen Qualifizierung der Beauftragten für die Grunddienste, kategorialen Seelsorgsbereiche oder Verbände wie auch bei der Inanspruchnahme subsidiärer Dienste von Dekanat, Region und Diözese besondere Berücksichtigung.

Für jede Region wurde dafür ein Pastoralreferent freigestellt.

Einführung in die Pfarreiengemeinschaft

Der Aufbau von Pfarreiengemeinschaften stellt eine Herausforderung an alle davon betroffenen Dienste dar: Pfarrer in Leitungsverantwortung, Priester, Diakone und hauptberufliche pastorale Mitarbeiter/innen in ihren jeweiligen Aufgabenfeldern, die ehrenamtlichen Verantwortungsträger im Seelsorgeteam und weiteren Gremien. Für alle Beteiligten gilt es, die Herausforderungen, die die Zusammenarbeit in einer "Pfarreiengemeinschaft als Seelsorgeeinheit" stellt, wahr- und anzunehmen und zu lernen, gut mit ihnen und miteinander umzugehen.
Die Diözese bietet dazu ein gestuftes dreigliedriges "Fortbildungspaket an:

1. Situationsklärung (Ist-Stand-Analyse) - Vorgespräch mit dem Team der Hauptamtlichen vor Ort

2. Fortbildungsseminar für die Teams der Hauptamtlichen (jeweils Dienstag - Donnerstag)

3. Fortbildung für die Seelsorgeteams (mit allen haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern) in Form eines Klausur-Tages oder Wochenendes etwa 6 - 9 Monate nach dem 1. Fortbildungsseminar.

2. Pfarreiengemeinschaft vor Ort

Fest steht, dass H.H.Dekan Karlheinz Knebel, Pfarrer von St. Mang, den Vorsitz der Pfarreiengemeinschaft inne haben wird.

Nun wird sich als erstes ein Vorbereitungsausschuss bilden, der sich mit der Materie befasst und in dem die Umsetzung konkret für unsere Pfarrgemeinschaft besprochen wird. Wir werden Sie darüber auf dem Laufenden halten.

Texte aus den Pfarrbiefen:

Regenbogen Mai 2004

Pfarreiengemeinschaft -Einschnitt oder Chance?

Ab September trifft es auch uns - wir werden Teil einer Pfarreiengemeinschaft. Der Priestermangel macht auch vor dem Allgäu nicht halt. Wichtig ist vor allem eines: Unser Herr Pfarrer Schneider übernimmt eine andere Pfarrei. Das bedeutet aber keineswegs das Ende unserer Pfarrei „Zu den Acht Seligkeiten“, sondern ein Zusammenrücken mit unseren Nachbarpfarreien „St. Mang“ und „St Philippus und Walburga“ in Weißensee. Im Statut für die Pfarreiengemeinschaften steht im ersten Absatz: „Die katholische Kirche versteht sich als Communio, d.h. als Gemeinschaft, welche Gott schenkt, welche in Gott wurzelt und welche Glaubende miteinander verbindet.“ Das bedeutet ganz klar, dass unsere Pfarrei nicht „geschluckt“ wird, nein, wir bleiben eine eigenständige Pfarrei, aber - und das muss uns allen klar sein, wir und unsere Nachbarpfarreien müssen aufeinander zugehen, es darf auf keinen Fall ein Gegeneinander geben und wir dürfen nicht einmal sagen „Was interessiert mich meine Nachbargemeinde“, sondern müssen an ihr auch Interesse haben. Sonst hätte das mit einer gelebten Glaubensgemeinschaft nicht zu tun. Sehen wir es als große Chance, dass sich die Katholiken unserer gesamten Stadt auch durch gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen näher kennen lernen und dadurch auch ganz persönliche neue Kontakte entstehen. Also, die „Sankt Manger“ dürfen auch aufs Pfarrfest in den Westen kommen und die „Westler“ dürfen ruhig auch mal ins Seeloshaus.

Unsere Pfarreien bleiben rechtlich selbständig - auch wenn der Pfarrer seinen Dienstsitz nur in einer Pfarrei haben kann und dadurch die Anschrift der Pfarreiengemeinschaft auch in dieser Pfarrei ist. Wir bilden sozusagen eine Seelsorgeeinheit, die vom Pfarrer geleitet wird. Unterstützt wird er dabei vom Seelsorgeteam, das gemeinsam mit ihm das pastorale Leitungs– und Beratungsgremium darstellt.

Der sog. Steuerungsausschuss, bestehend aus Mitgliedern der drei Pfarrgemeinden, der Ende März das erste mal zusammengetreten ist, berät, wie alles weitergehen wird, wie man organisatorisch alles unter einen Hut bekommt. In der ersten Sitzung wurde besprochen, dass die Werktagsmessen bei uns wie bisher stattfinden werden. Vorläufig werden ab September die Vorabendmesse am Samstag um 18.00 Uhr und der Pfarrgottesdienst am Sonntag um 10.15 Uhr gleichzeitig mit St. Mang sein. Saisonal bedingt kann auch noch eine Spätmesse (etwa 11.30 Uhr) in St. Mang hinzukommen. Darüber wird nochmals in der nächsten Sitzung beraten. Der Steuerungsausschuss geht ab September in ein Seelsorgeteam über, das den Pfarrer dauerhaft unterstützt.

Die Errichtung dieser Pfarreiengemeinschaft wird eingeleitet mit einem Festgottesdienst am Sonntag, den 19. September um 19.00 Uhr in unserer Stadtpfarrkirche, zusammen mit H.H. Domkapitular Dr. Dietmar Bernt.

Sehen wir also die Neuerungen nicht als Bedrohung unserer Selbständigkeit, sondern als Chance für Erweiterung!

Das wünscht Ihnen Ihr 

Franz-Rainer Nowak

Regenbogen Juni 2004

FÜR DIE KÜNFTIGE PFARREIENGEMEINSCHAFT FÜSSEN

zeichnet sich nun schon ziemlich genau das hauptamtliche Personal in der Seelsorge ab.

Neben dem leitenden Priester Msgr. Karlheinz Knebel wird als zweiter Priester mit dem Titel „Pfarrer“ Kazimierz Piotrowski mitarbeiten. Pfarrer Piotrowski wird noch vielen aus der Zeit bekannt sein, als er als Benefiziat in St. Mang wirkte. Seine Wohnung wird er im Pfarrhof „Acht Seligkeiten“ nehmen. Nach Absprache will sich Pfarrer Piotrowski besonders der Seniorenheime in den Stadtpfarreien annehmen.

Pastoralreferent Christian Schulte arbeitet verantwortlich in den Bereichen Kurseelsorge, Dekanatsjugend und Firmpastoral. Ihm obliegt die Firmpastoral der gesamten Pfarreiengemeinschaft.

Die Hinführung der Kinder zur Kommunion wird für die Stadt von Stadtpfarrer Knebel zusammen mit Frau Bader übernommen.

Frau Brigitte Böck wird als Gemeindehelferin gerade in der Kinderpastoral einen Schwerpunkt setzen und auf diesen Feldern hilfreich zur Seite stehen.

Neu kommt in die Pfarreiengemeinschaft Gemeindereferent
Georg Rehm, der neben Öffentlichkeitsarbeit die Begleitung und Betreuung ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie besondere Schwerpunkte wie Kinderbibeltage oder Exerzitien im Alltag sich vornehmen wird.

Mit diesem Seelsorgeteam an hauptamtlichen Mitarbeitern und dem Ruhestandsgeistlichen in Weißensee Oskar Schneider sowie unserem Diakon Alfred Hofmann ist unsere Pfarreiengemeinschaft Füssen gut an Personal im Seelsorgebereich ausgestattet.

Aus: Pfarrblatt 2.5. bis 9.5.2004 der Stadtpfarrei St. Mang