Franz-Xaver Seelos
ein
Füssener mit einer weiten Lebensreise:

The Life of Francis Xavier Seelos

Fast in Vergessenheit geraten war in Füssen ein großer Sohn der Stadt. Nur ein Bild im Vorzeichen von St. Mang und eine Inschrift am Geburtshaus in der Spitalgasse erinnerten noch ihn. Um das Gedächtnis an diesen besonderen Freund der Kinder und Jugendlichen, sowie der Armen und Schwachen wieder aufzufrischen, wurde 1992 unser neues kirchliches Jugendheim nach ihm benannt, das Seeloshaus.


1819 - 1867

Bei den Redemptoristen, den Ordensbrüdern von Franz Xaver Seelos war das anders. Sie betrieben zäh und ausdauernd seinen Seligsprechungsprozess. Zu unserer großen Überraschung und Freude durften wir im Hl. Jahr 2000 in Rom an den Feierlichkeiten um die Seligsprechung von Franz-Xaver Seelos teilnehmen. 1250 Jahre nach dem Tod des Hl. Magnus hat Füssen mit dem Seligen P. Franz Xaver Seelos einen zweiten Patron bekommen.

Doch was war das Besondere an Franz-Xaver Seelos? Als Sohn des Mesners von St. Mang wuchs er in tiefreligiösen Verhältnissen auf. Obwohl er ein lustiges, stets zu Schabernack aufgelegtes Kind war, nahm er Glaubensdinge sehr ernst und bald entwickelte sich der innige Wunsch in ihm, Priester zu werden. Trotz großer Hürden konnte er sein Studium beginnen. Als er in einer Zeitschrift der Redemptoristen über das Elend der deutschen Auswanderer in den USA las, stand sein Entschluss fest: Er würde als Missionar nach Amerika gehen, obwohl ihm der Gedanke, seine geliebte Heimat und die Familie verlassen zu müssen, fast das Herz zerriss.

1843 schiffte er sich ein und begann einen langen und beschwerlichen Weg – ohne Wiederkehr. Er trat bei den Redemptoristen in Baltimore in Maryland in das Noviziat ein und wurde schon im Jahr darauf zum Priester geweiht. An verschiedenen Einsatzorten schaffte er unermüdlich, saß stundenlang im Beichtstuhl, verbrachte Nächte an Krankenbetten und bei Sterbenden. Er hatte stets ein Lächeln auf den Lippen und sorgte großzügig für Bedürftige und Entwurzelte. Wer Rat und Hilfe benötigte, wurde nie abgewiesen. Viel Kraft kosteten ihn auch die Volksmissionen; und so war seine Gesundheit bald angeschlagen.

So streng und asketisch Seelos mit sich selbst war, so großzügig und milde verhielt er sich anderen gegenüber. So wurde er als Präfekt des Priesterseminars der Redemptoristen in Cumberland seines Dienstes enthoben, weil er nicht streng genug mit den Studenten war.

Pater Seelos wirkte in mehr als 12 Staaten als Volksmissionar. Bei den Missionen zog sein freundliches Wesen die Menschen an, seine Sprache war von Einfachheit geprägt und für den Ungebildetsten verständlich. Er dankte Gott, als er Bischof von Pittsburgh werden sollte, und dann doch ein anderer gewählt wurde.

Doch dann rief ihn der Orden nach New Orleans in Louisiana zur Seelsorge an deutschen Auswanderern. Als im September 1867 das Gelbfieber ausbrach, war er rastlos unter den Kranken und Sterbenden. Er infizierte sich und starb im Alter von nur 48 Jahren.

Das Leben des Seligen Franz-Xaver Seelos war geprägt von der großen Liebe zu Jesus Christus und der Gottesmutter Maria, aber auch zum Nächsten und im Besonderen zur Jugend. Er lebte einen überzeugenden und bedingungslosen Glauben und er hatte eine Ausstrahlung, dass die Menschenherzen ihm zuflogen.

Der Gedenktag des Seligen, der 5. Oktober, wird in Füssen besonders von der Jugend gefeiert und gestaltet. Wenn in diesem Jahr junge Menschen aus aller Welt nach Füssen kommen, möchten wir sie der Fürsprache des Sel. Franz Xaver Seelos anempfehlen, den man auch als Schutzpatron für Menschen unterwegs sehen kann.

Näheres über den Hl. Magnus und Sel. Franz-Xaver-Seelos erfahren Sie unter www.StMang.de 

Sabine Frey und Annelies Hofmann

Artikel im Jahrbuch des Verein für Augsburger Bistumsgeschichte:

P. Franz Xaver Seelos, ein Seliger unserer Tage

von Msgr. Karlheinz Knebel

 

Pater Franz Xaver Seelos

"The Father Seelos Center" , New Orleans, USA