Kirchenführung

Der letzte Kirchenneubau im Stadtgebiet Füssen war vor 350 Jahren, führte Dr. E. Enzinger (Bürgermeister der Stadt Füssen in den 60er Jahren) in seinem Geleitwort zur Einweihung der Kirche “Zu den Acht Seligkeiten” aus. Die zum Bau dieser Kirche reichte bis zum Jahre 1925 zurück. Der Bau der Jägerkaserne 1935 im Westen der Stadt Füssen bracht mit sich, dass sich immer mehr Soldatenfamilien dort ansiedelten. Pfarrer Rupert Schillinger hielt in der Füssener Kaserne für die Soldaten die ml. Messe in einer Baracke. 1964 wurde das Altenheim St. Martin fertiggestellt. Die Notwendigkeit, dort ebenfalls Gottesdienste zu halten, wurde von der umliegenden Bevölkerung gerne genutzt. Fräulein Irmgard Thomasoni, damals Mesnerin im Altenheim, erzählte mir, dass jedes mal der gesamte Speisesaal ausgeräumt werden musste, um den Westlern Platz zu bieten. So wurde der Wunsch geboren, in Füssen West eine Kirche zu bauen, welche der Bundeswehr genauso wie der Bevölkerung dienen sollte. Ein besonders glücklicher Zufall war es dann, dass der einzige in Frage kommende Platz, wo eine katholische Pfarrkirche sinnvoll gebaut werden konnte, von Frau Josefine Paulsteiner zu günstigen Bedingungen der Kirche überlassen wurde.

 Dem Pilgernden Gottesvolk
Wappen und Wahlspruch des Augsburger 
Bischof, Dr Josef Stimpfle, auf dem Grundstein der Kirche.

Damals war noch eine Kanzel in der Planung vorgesehen, welche jedoch durch die Liturgiereformen des am 8.Dez.1965 beendeten II. Vatikanischen Konzils nicht mehr gebaut wurde. Dem Erbauer der Kirche, Stadtpfarrer Christoph Kaiser, der die Vision Mose in diesem ungewöhnlichen Kirchenbau zum geistigen Mittelpunkt erhob, war es ebenfalls nicht gegönnt, in das gelobte Land einzuziehen. Er starb wenige Wochen vor der Einweihung, welche am 26. März 1966 von Bischof Dr. Josef Stimpfle während eines starken Schneegestöber vollzogen wurde. Er weihte die Kirche als Christuskirche, zum Gedächtnis der Bergpredigt Jesu auf den Namen 

“Zu den Acht Seligkeiten”

Er Predigte:
“Nur keinen Pessimismus! Die Kirche hat Fenster und Tore weit geöffnet. Sie geht hinaus in die Welt, bietet aufrichtige Zusammenarbeit an und dient der Welt mit den göttlichen Kräften, die erleuchten, heilen, stärken und heiligen. Der glückliche Ausgang des Konzils erfüllt uns mit Freude und Hoffnung, stellt uns aber auch die Aufgabe, eine erneuerte Kirche in der Welt anwesend sein zu lassen, eine heilige, aktive Gemeinde Gottes zu sein.

 

 

AUF DEN NAMEN UNSERES HERRN
JESUS CHRISTUS 
WURDE DIESE KIRCHE KONSEKRIERT;

Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch alles Böse gegen euch sagen um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß im Himmel. (Mat 5,3-12)

Die Glocken der Kirche haben die Aufgaben:

An Gott, den Schöpfer zu erinnern, das Lob Gottes zu verkünden, Menschen zum Gottesdienst zu rufen, Schwache zu ermahnen, Mutlose aufzurichten, Trauernde zu trösten, Glückliche zu erfreuen und die Verstorbenen auf dem letzten Weg zu begleiten.
Am Festtag des Hl. Magnus wurden unsere Glocken gegossen und riefen zum erstenmal 1966 die Gemeinde zum Christkönigstag in die Kirche.

Sie läuten:

Zu Ehren der Verstorbenen 
“Den Seelen im Fegefeuer bin ich geweiht, zu läuten, bis sie aus den Qualen befreit" (90cm 430kg), geweiht.

Zu Ehren des Hl. Christopherus
“In Gottes Namen fahren wir, um Schutz du heiliger flehen wir” (107cm 720kg), 

Zu Ehren der Hl. Gottesmutter Maria 
Maria breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus” (121cm 1050kg),

Zu ehren der Hl. Barbara 
 “Ehre und schütze unser Vaterland” (135cm 1450 kg) 

Erst 12 Jahre später kam noch die Große Friedensglocke dazu mit der Inschrift:
 “Acht Seligkeiten; Selig die Frieden stiften" 
Sie hat einen Durchmesser von 185cm und wiegt 2500kg und wurde von Stadtpfarrer Herbert Schuler am 30. Juli 1987 geweiht.

Die Glocken der Kirchen

     

Im August 2002 hat die Barbaraglocke ihren Schwung (Untere Teil des Klöppels nach der Kugel) verloren. Erst am 1. Advent 2002 konnte die Glocke wieder klingen, da die Klöppelschmiede von der Hochwasserkatastrophe heimg alt=""esucht und mit erheblicher Verzögerung erst wieder ihre Arbeit aufnehmen konnte.

     

Innen wird die Kirche zu einem modernen Zelt, ein Zelt Gottes unter den Menschen (Offb. 21,3). Die gewaltigen Eisenträger laufen alle auf einen Punkt zu, der wie von einer unsichtbaren Säule gehalten wird - ein Symbol für Gottes wirksame Kraft. Ungewollt hat die Natur mit Staub und Ruß große Risse auf die Betonträger gemalt. Wie der Prophet Jeremia mahnen diese: “Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut und auf gebrechliches Fleisch sich stützt und dessen Gesinnung vom Herrn abweicht! Gesegnet der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuflucht der Herr ist!”(Jer 17,5 u.7)

Der Grundstein dieser unsichtbar transzendenten und dennoch tragenden Säule Gottes ist der Fels, das uralte, sichtbare Zeichen für Gott, der im Altar durch die Erlösungstat Jesu Christi zum Gabentisch Gottes wurde. Segen und Heil. Hoffnung, Trost und Zuversicht gehen von diesem Ort aus.
Die Chorwand empfängt symbolisch die Gläubigen mit offenen Armen. Sie hat eine Spannweite von 37 m. Die Raumhöhe beträgt 21m. Die massiven Sakralien - Altar, Ambo, Priestersitz, Taufbecken, Tabernakel - sind aus Anröchter Dolomit gehauen. Die Fußbodenplatten sind ebenfalls aus sauerländischem Dolomit.

Behüte mich wie deines Auges Stern, birg mich im Schatten deiner Flügel vor Frevlern, die mich misshandeln, vor meinen Feinden, die mich gierig umringen! (Ps 17,8-9)
Wie kostbar ist deine Huld, o Gott! Im Schatten deiner Flügel bergen sich die Menschen.  Am Reichtum deines Hauses laben sie sich, mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie. Ja, bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Lichte schauen wir Licht. (Ps 36,8-10)
Höre, Gott, mein Flehen, achte auf mein Gebet! Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, da mein Herz verzagt. Führe du mich auf den Felsen, der für mich zu hoch! Du bist ja meine Zuflucht, ein starker Turm vor dem Feind.  

Das Symbol des Adlers findet sich wieder in der Offenbarung des Johannes (3,18):
“Und ich sah und hörte: Ein Adler flog hoch am Himmel und rief mit lauter Stimme: Wehe! Wehe! Wehe den Bewohnern der Erde! Diese Weherufe übernimmt Lukas (6,24-27) als mahnenden Abschluss der Seligpreisungen. Wehe! Wehe! ... Euch Ihr Menschen, die Ihr reich seid, die ihr jetzt satt seid, die Ihr jetzt lacht, die ihr jetzt gelobt werdet.

Das Lied des Mose 
beschreibt die noch heute aktuellen, immer wiederkehrenden Erfahrung des Menschen mit Gott:
“Hört, Himmel, ich will reden, es vernehme die Erde meines Mundes Ausspruch! Es träufle meine Lehre wie Regen, wie Tau riesle meine Rede, wie Regenschauer aufs grüne Gras, wie Tautropfen auf die Kräuter!
Den Namen des Herrn rufe ich an, erweist die Ehre unserem Gott! Der Fels (= Gott): untadelig ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht! Ein treuer Gott und ohne Falsch, gerecht und redlich ist er! Arg handelten seine Söhne gegen ihn, ein verdrehtes, verkehrtes Geschlecht! Vergiltst du dem Herrn in dieser Weise, du törichtes, unweises Volk? Ist er nicht dein Vater, der dich erschaffen, der Sein und Bestand dir verliehen? Denk an die Tage der Vorzeit, achte auf die Jahre der früheren Geschlechter! Frage deinen Vater, er soll's dir kundtun, die Alten bei dir, sie sollen es dir sagen: ... Des Herrn Anteil wurde sein Volk, ... Er fand es im Lande der Steppe, in der Öde völliger Wüste; er umhegte und umsorgte es, hat es gehütet wie seinen Augapfel. 

Der Herr leitete es ganz allein; kein fremder Gott stand ihm zur Seite. Er ließ es ziehen auf des Landes Höhen, mit dem Ertrag des Feldes speiste er es. ... Traubenblut trankst du, schäumenden Wein. So genoss denn Jakob und wurde satt, Jeschurun ward fett und schlug aus. - Du wurdest fett und dick und feist. - Er (Du) verstieß den Gott, der ihn erschaffen hat, verwarf den Fels seines Heiles. (5Mos 32,1-16)

Moses, der Mensch  zwischen dem Göttlichen Gesetz und dem Verführer.  

So bietet sich dieses Kreuz dem Betrachter. 
Entsetzen und Ablehnung sind vom Künstler gewollte Reaktionen.
 

Wie können wir nur ein Kreuz schön finden? Das Heil entspringt doch erst aus der Überwindung des Bösen. 
Wir sollen uns hier und heute der grausamen Realität stellen und uns bewusst werden, dass wir Menschen mit unserer Gedankenlosigkeit und der daraus entspringenden Grausamkeit Christus immer wieder zur Kreuzigung führen.

Gott leidet unter jeder Gewalt, in all den Kriegen und Lieblosigkeiten gegenüber allen Mitmenschen. Er selbst will nicht das Leid, sondern erduldet es selbst in seinem Sohn.

Durch diese Erkenntnis bekehrt, sollen wir umkehren und zum Erbarmen mit dieser Welt gelangen. Mit unendlich vielen Zuständen ist Gott nicht einverstanden und erduldet sie dennoch, da er bei sich geschworen hat, nie wieder die Menschheit zu vernichten (Gen 9.11-18), sondern sie in unendlicher Geduld zu erlösen. (vgl. Ez 18,23 u. Joh 3,17)

In den Farben des Regenbogen leuchtet der Kreuzweg unserer Kirche. Der Alte- und der Neue Bund verweben sich ineinander. 

Eingelassen in einer Felsnische der Tabernakel, dem Ort der Nähe - Wohnung Gottes unter den Menschen.

 

 

 

 

 

Die bunten Fenster unterm Dach gleichen den sich öffnenden Regenhimmel über der Arche Noah, die überdimensionalen Mauern stehen für die feste Burg, in die der Mensch nur zu kommen braucht, um die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren.  

Vielen erscheint dies zu einfach, wie damals dem Aramäer Naaman bei seiner Heilung vom Aussatz:
Elischa schickte einen Boten zu ihm mit der Anweisung: “Gehe hin und wasche dich siebenmal im Jordan! Dann wird dein Leib genesen und wieder rein werden.” Naaman war darüber missmutig und sagte, als er fortging: “Ich habe mir vorgestellt, er würde selber herauskommen, herantreten und den Namen des Herrn, seines Gottes, anrufen, seine Hand über die Stelle bewegen und so den Aussatz entfernen. Sind denn die Flüsse von Damaskus, nicht besser als alle Wasser Israels? Kann ich mich nicht genauso in ihnen waschen und so rein werden?” Er wandte sich um und ging grollend davon. (2Kön 5,10-13) 

Das Glasbetonfenster in der Marienkapelle vereinen das Blau des Himmels mit dem Blau des unendlichen Meeres, indem die Sonne, sich spiegelt wie Gott in seiner Schöpfung. Alois Vogler, heimischer akad. Bildhauer, gestaltete die Jungfrau Maria nach den Bildern aus der Offenbarung. Von Sonnenstrahlen umhüllt - ein Symbol für die Liebe und Treue Gottes, einen Kranz Sterne über ihrem Haupt - der die 12 Stämme Israels symbolisiert als sein erwähltes Volk - den Mond zu ihren Füßen, der die Größe Mariens im Erlösungsgeschehen verdeutlicht, unter ihr die besiegte Schlange - das Symbol des Bösen. Sie schenkt uns ihr Kind, Gottes Sohn, der segnend schon das Zeichen des Kreuzes, der Erlösung in sich trägt.

Hier befindet sich auch der Kessel mit gesegneten Wasser, der Opferkerzenständer und seit der Seligsprechung vom 9.April 2000 eine bescheidene Gedenkstätte für Pater Franz Xaver Seelos,   der in Füssen am 11. Januar geboren wurde. 

Die Farben im Fenster der Taufkapelle leuchten “Rot” für den Hl. Geist und “Grün” für das neue Leben, die unlösbar ineinander verwoben in Freude “Weiß” zum Schauspiel in der untergehenden Sonne werden. Zum Taufbrunnen steigen wir hinunter wie in das Jordantal. Gottes Zusage: “Du bist Kind Gottes” wird deutlich in den sieben Gaben des Hl. Geistes, der als Taube vom Himmel schwebt und die gleichnishaften Handlungen der Menschen in den Sakramenten zum wirksamen Handeln Gottes werden lässt. Alle, die an Gott Vater, Sohn und Hl. Geist glauben , haben in der Taufe die Kraft bekommen, Kinder Gottes zu werden. (vgl.Joh 1,12-14)

 

 Unsere Orgel wurde von der Firma Zeilhuber gebaut und hat 36 Register. 

  

Für Orgelinteressierte:   
(Von der Funktionsweise bis zur Klangprobe)

 

Verabschiedet werden wir vom Hl.Josef und vom Hl. Antonius von Padua. 
Diese wurden ebenso wie das Kruzifix in der Marienkapelle und unsere Krippenfiguren vom Füssner Künstler Alois Vogler geschaffen.

Sei jüngstes Werk, die Taufe Jesu ziert die seit 1997 große Adventswurzel in der Taufkapelle.  Diese Wurzel steht in der Adventszeit am Alter und trägt die Scene vom Englischen Gruß und zu Weihnachten das Christkind.

Taufe Jesu (siehe auch unsere Weihnachtskrippe)

Johannes, der Täufer hält seine Rechte Hand, als ob er "Gottes Herrlichkeit" auffängt. Fasziniert steht er in der Wüste und will uns noch heute darauf aufmerksam machen, dass mit Jesus Christus das Reich Gottes begonnen hat. Kehrt Euch ab vom Bösen, gebt auf den Hass, vermeidet alle Lieblosigkeit, kehrt um von Euren falschen Wegen. Mit der Linken  weist er auf Jesus Christus, den Weg der Wahrheit der hin zum wahren Leben führt.

 

 

 

 

Der Hl. Philippus (gemalt von Arnulf Heimhofer aus Burgberg) ist ein Geschenk des am 3. Januar 1995 verstorbenen Geistlichen Rates, Pfarrer Georg Rauch. Er wirkte im priesterlichen Amt in Arsing, Oberstdorf, Füssen, Rain am Lech und Burgberg. Als Pfarrer im Ruhestand betreute er hier in Füssen noch über ein Jahrzehnt die Altenheime St. Martin und St. Michael.

Der Segnende Christus wurde 1989 unserer Kirche gestiftet. Ihn hat eine Künstlerin aus München aus einem Eichenblock mit einer Motorsäge herausgeschnitten. 

Maria auf der Lebens-Wandel-Treppe

DIE KIRCHENPORTALE VON ST. MANG
sollen nach einem Beschluß der Kirchenverwaltung noch in diesem Herbst erneuert werden. 
Es ist unter anderem geplant, einen behindertengerechten Zugang zur Kirche zu schaffen.

In einem Schreiben wurde der Bürgermeister der Stadt Füssen gebeten, soweit es ihm möglich ist, gleichzeitig in die Neugestaltung des Kirchplatzes, der sich im Eigentum der Stadt Füssen befindet, einzusteigen. Die Kirchenverwaltung schlägt vor, den Kirchplatz in mehreren Bauabschnitten schrittweise zu erneuern. Ein erster Abschnitt wäre das unmittelbare Umfeld der Kirchentüren und des Kirchturmes, um ohne Schwelle in die Kirche zu gelangen. Wir wollen die Gläubigen auch bitten, diese Maßnahme durch Spenden an die Kirchenstiftung zu unterstützen und damit unseren Beitrag zu dieser Maßnahme leisten.

Gleichzeitig sollte der Eingang zum Kapitelsaal gerichtet werden. Die zu erwartenden Frostschäden stellen ein eigenes Problem dar. Wir hoffen nun eindringlich, dass die Stadt Füssen möglichst bald die notwendigen Entscheidungen treffen wird. Stadtrat Franz Nagel, der auch Mitglied der Kirchenverwaltung ist, soll die Gespräche mit Bürgermeister und Stadtbaumeister koordinieren und führen.

Seit fast 20 Jahren ist der Kirchplatz von St. Mang nun schon ein Thema. Damals war der Bürgermeister Otto Wanner. Es ist im Interesse der Kirchenbesucher, des Tourismus und der Bedeutung dieses historischen Platzes zwischen St. Mang und Hohem Schloß, dass er renoviert wird.