DIE PFARREIENGEMEINSCHAFT FÜSSEN
wird mit dem 1. November nun ganz errichtet.

Wie der Generalvikar der Diözese uns mitteilte wird die Pfarrei Peter und Paul in Hopfen a. See in die Gemeinschaft integriert. Pater Michael Hubatsch OFM wird als weiterer Priester für die Pfarreiengemeinschaft arbeiten, die Leitung obliegt Stadtpfarrer Msgr. Karlheinz Knebel.

Vieles ist in den letzten Jahren schon im Sinne der Gemeinschaft entwickelt und durchgeführt worden. Im gemeinsamen Weg liegen sicher viele Möglichkeiten, die es auszuschöpfen gilt. Alle hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter stehen der ganzen Pfarreiengemeinschaft zur Verfügung.

P. Michael wird sicher einen Schwerpunkt in der Seelsorge in Hopfen haben. In wöchentlichen Dienstgesprächen, im Treffen des Seelsorgeteams, in das Hopfen durch die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Frau Dopfer integriert ist, werden die seelsorglichen Aufgaben besprochen. Jede Pfarrei wird dann in eigener Verantwortung unter Wahrung der Vielfalt des eigenen Pfarrlebens dies umsetzen. Manche Umstellung wird Gewöhnung brauchen und sicher kommt auf den einen oder anderen mehr Arbeit zu. Als Pfarrer bin ich aber überzeugt, das gemeinsame Miteinander bietet uns viele gute Chancen. Nehmen wir sie gemeinsam wahr.

Einladung zu einem "Spaziergang"

Wir möchten Ihnen einen Überblick über die vielen Kirchen und Kapellen in unserer Pfarreiengemeinschaft geben und sie in Form irgend einer Besonderheit vorstellen:

Machen wir uns auf den Weg zu einem Rundgang durch die Altstadt-Pfarrei St. Mang mit ihren vielen barocken Kirchen und Kapellen: Wir beginnen in unserem geistlichen Zentrum, der Stadtpfarrkirche St. Mang.

Neben der Krypta ist der älteste erhaltene Teil unserer herrlichen Barockkirche der romanische Glockenturm. Glocken haben die Menschen immer begleitet und waren früher ein wichtiges Kommunikationsmittel. Sie verkündeten freudige und traurige Ereignisse, drohende Unwetter, die sie mit ihrem Läuten vertreiben sollten. Glocken wurden deshalb auch geweiht und gesalbt, ähnlich wie Altäre. In seinem Buch „Minne dem heiligen Mang“ schreibt Peter Dörfler im Kapitel „St. Mangen Hunde bellen (Glocken läuten)“ dass der hl. Magnus den Glocken befiehlt zu läuten, um die bösen Geister zu vertreiben. Doch Kirchtürme sollen auch ein Fingerzeig zum Himmel sein. Dies wurde im Jubiläumsjahr 2000 durch die Anbringung einer Jakobsleiter (Altes Testament: Gen 28,10-22) durch

Fa. Wiegerling, Benediktbeuren, verdeutlicht.

Die St. Anna – Kapelle gleich neben St. Mang geht auf die Zeit des Hl. Magnus (8.Jh.) zurück und ist damit der älteste sakrale Bau in Füssen. In ihr vermutet man auch das Grab des Heiligen. Ursprünglich war sie der Muttergottes geweiht. Den Altar ziert die wunderschöne Figur der Hl. Anna Selbdritt. Berühmt ist auch der Totentanz von Jakob Hiebeler. Die Kirche ist in städtischem Besitz und es wird leider nur noch einmal im Jahr, am Anna-Tag, hl. Messe darin gefeiert.

Gehen wir am ehemaligen Benediktinerkloster, heute Stadtverwaltung, vorbei bergab, stehen wir vor der schönen Fassade der Hl.-Geist- Spitalkirche. 1465 wurde das Hl.-Geist- oder Bürgerspital gestiftet, das Füssener Bürger im Alter aufnehmen sollte. Deshalb wurde die Kirche dem Hl. Geist geweiht, der Symbol für Liebe ist, für göttliche Glut, die zum Guten beseelt. Sie war aber auch die Kirche der Flößer, die hier im Lech anlandeten. Wie bei vielen Gotteshäusern an den alten Verbindungsstraßen ist der hl. Christopherus auf die Fassade gemalt. Es hieß, Reisende, die diesen Heiligen unterwegs sehen, würden ihr Ziel wohlbehalten erreichen.

Über den Lech hinüber in Richtung Tirol steht oberhalb der Straße die Kirche Zu unserer Lieben Frau am Berg. Ihr gegenüber stand früher das sogenannte „Siechen- oder Leprosenhaus“. Hierher wurden die unheilbar oder ansteckend Kranken gebracht. Sie kamen nicht mehr zurück. Sie wurden vor Ort von einem eigens dafür abgestellten Kaplan versorgt. Die Kirche hieß daher auch Unsere Liebe Frau bei den Siechen aber auch Zu unserer Lieben Frau „bei de guate Leit“. Symbolträchtig ist hier wohl der Beginn des Kreuzwegs auf „einen der schönsten Kalvarienberge Bayerns“.

Wenn wir über die Brücke zurückgehen und uns am Lechufer entlang nach rechts wenden, geht es hinauf zur Franziskanerklosterkirche St. Stephan, lange Zeit Pfarrkirche von Füssen.  

An das Klostergebäude (s. S. 16) schließt sich ein Ort der Ruhe und Besinnung an, der Alte Friedhof mit der Friedhofskirche St. Sebastian. Der Friedhof um die St.-Mang-Kirche war zu klein geworden und so wurde um 1500 mit dem Neubau der Kirche (es bestand schon eine Kapelle) und der Anlage des Friedhofs begonnen. Etwa 30.000 Menschen sollen hier bestattet sein. Im Innern der Kirche blickt man immer wieder dem Sensenmann ins leere Auge.

Durch das Tor in der alten Stadtmauer wenden wir uns nun nach links dem Stadtzentrum zu. Wer in dem bunten Treiben der Reichenstraße einen Ort der Stille sucht, wird ihn dort finden, nämlich in der Krippkirche St. Nikolaus, benannt nach dem schönen Altarblatt. Ursprünglich war die Kapelle „Zu unseres Herren Krippe“ um die Ecke in der Jesuitengasse, wo für einige Jahre ein Jesuitenkloster angesiedelt war. Baufällig geworden wurde sie „an einem besser gelegenen Platz“ (in der Reichenstraße) wieder aufgebaut.

Zur Hauptkreuzung zurück in Richtung Augsburg finden wir vor den Toren der Stadt die Feldkirche St. Ulrich und Afra. Bei der Säkularisation profanisiert verfiel sie völlig und sollte ganz abgetragen werden. Die Hl.-Kreuzbruderschaft nahm sich aber ihrer an, kaufte sie und stellte sie in Eigeninitiative und mit Spendengeldern wieder her. Als der Verkehr in der Augsburger Straße noch ruhiger war, wurde sie wegen des gegenüberliegenden Waldfriedhofs noch sehr oft für die Sterbegottesdienste genutzt. 

Nicht vergessen wollen wir aber auch das Kirchlein St. Max in Füssen - Bad Faulenbach. Faulenbach war bis 1921 eine eigenständige politische Gemeinde, gehörte aber zur Pfarrgemeinde St. Mang. Im Jahr 1915 wurde die Kirche St. Max in Faulenbach erbaut anlässlich des 50-jährigen Priesterjubiläums von Bischof Maximilian von Lingg. Dieser kaufte zu diesem Zweck das ehemals elterliche Anwesen zurück und ließ dort auch ein Priestererholungsheim errichten. Nach Bischof von Linggs Tod 1930 gingen das Heim und die dazugehörige Kirche an das Priesterseminar der Diözese Augsburg in Dillingen. Seit dem Bau eines Seminars in Augsburg sind sie in dessen Besitz.

Sabine Frey und Annelies Hofmann

Die Stadtpfarreien St. Mang und Zu den Acht Seligkeiten
nach 40 Jahren wieder zusammen auf dem Weg

- Rückblick einer „St.-Manglerin“ -

Der Notwendigkeit zur Gründung einer weiteren Pfarrei in Füssen-West hatte meinen Eindrücken nach wohl zwei Gründe: Zum ersten waren die Notstände nach dem 2. Weltkrieg weitgehend beseitigt, die Wirtschaft boomte und die Bevölkerung hatte wieder einen gewissen Wohlstand erreicht. Weder Einheimische noch Flüchtlinge waren gewillt, weiterhin auf engstem Raum in kleinen Zimmerchen zu hausen, größere Wohnungen waren gefragt. Da kaum noch Landwirtschaft betrieben wurde, boten sich die Wiesen und Felder im Westen ideal als Baugrund an. Zum zweiten waren alle jungen Männer grundsätzlich wehrpflichtig. Zivildienst war nur nach einem sehr aufwändigen Prüfungsverfahren möglich. Viele Soldaten verpflichteten sich für mehrere Jahre, gründeten Familien und brauchten Wohnungen, möglichst in Kasernennähe. Auch sollten diese Soldaten und -familien seelsorglich betreut werden. Und so entstand unter Grundsteinlegung vom unvergessenen Pfarrer Kaiser die moderne Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“.

Natürlich gefiel uns barockverwöhnten Innenstädtlern die Kirche und deren Ausstattung auf Anhieb nicht. Bezeichnenderweise blieben auch die pfarreiübergreifenden Vereine eher nach St. Mang orientiert. Und während St. Mang an seinen Traditionen festhielt und sich oft neuen Ideen widersetzte, „das hat es hier noch nie gegeben“ wurde schon fast zum geflügelten Wort, entwickelte sich Acht Seligkeiten zu einer modernen, selbstbewussten und selbstbestimmenden Pfarrei. Ein gewisses Konkurrenzdenken konnte da nicht ausbleiben. Es gab immer weniger Gemeinsames, jede Pfarrei ging ihre eigenen Wege. Einziger Berührungspunkt war letztendlich der Fronleichnamstag, wo sich die Prozessionen an der Morisse zur gemeinsamen Eucharistiefeier trafen. Doch mit Ausbau und der Vermietung des Parkplatzes war auch diese Möglichkeit genommen, man fand trotz langer Gespräche keine neue Lösung. 

Zu einer ersten Annäherung kam es in den letzten Jahren erst wieder durch die pfarreiübergreifende Jugendarbeit und Sakramentenvorbereitung.

Als dann letztes Jahr die lang vorhergesagte Pfarreiengemeinschaft plötzlich Wirklichkeit wurde, gab es auf beiden Seiten momentan Erschrecken, Sorgen, Vorbehalte. Wie könnte das gut gehen? Würde Acht Seligkeiten an Identität und Eigenständigkeit einbüßen, würde St. Mang durch die sehr aktiven ehrenamtlichen Mitarbeiter „von draußen überrollt“ werden? Andererseits war man, insbesonders auch die Jugend, voll Erwartung auf Neues, auf sich gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit. Es wurde bald erkannt, dass die Gemeinschaft auch Vorteile und Arbeitsersparnis mit sich bringen würde. Als dann die ersten Treffen und Aktionen durchgeführt waren, fragte man sich sehr schnell, was hat uns all die Jahre eigentlich getrennt? Wir alle befinden uns auf ein und demselben Weg mit EINER Mitte, der Eucharistie, mit EINEM Glauben an Jesus Christus, der uns führt und trägt. Möge die Pfarreiengemeinschaft auf diesem guten Wege weitergehen und getragen sein!

Annelies Hofmann

Im Füssener Westen liegt die moderne Kirche
„Zu den Acht
Seligkeiten“.

Plebi Dei Peregrinanti 
(Dem Pilgernden Gottesvolk)

Dieser Wahlspruch des Augsburger Bischof Dr. Josef Stimpfle auf dem Grundstein der Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ erinnert an das Ziel und den Zweck dieses Kirchenbaus der 60er Jahre.

“Nur keinen Pessimismus! Die Kirche hat Fenster und Tore weit geöffnet. Sie geht hinaus in die Welt, bietet aufrichtige Zusammenarbeit an und dient der Welt mit den göttlichen Kräften, die erleuchten, heilen, stärken und heiligen. Der glückliche Ausgang des Konzils erfüllt uns mit Freude und Hoffnung, stellt uns aber auch die Aufgabe, eine erneuerte Kirche in der Welt anwesend sein zu lassen, eine heilige, aktive Gemeinde Gottes zu sein.“

Für Stadtpfarrer Christoph Kaiser war “ein großer Stadtteil ohne Kirche wie ein Mann ohne Kopf, wie ein Mensch ohne Herz.”

Leonhard Heinle, Stadtpfarrer von 1.Mai 1965 bis 15.Juli 1973, schrieb in der Festschrift: 

“Mächtig ragt die Südmauer vor deinem schauenden Auge auf. Ohne viel Phantasie kann dir beim Blick auf die Sonnenseite der Gedanke eingegeben werden: Hier will ein “Adler, der in die Sonne blickt”, seine mächtigen Flügel regen. Im Schatten seiner Flügel fühlt sich die Pfarrgemeinde mit all ihren Gästen sicher und geborgen.“

Mit diesem Bronzekreuz hat der Betrachter einen Spiegel vor Augen, um sich selbst zu erkennen.

Wie können wir sein? 
Grausam, zerrissen, lieblos, 
hoffnungslos oder
gleichgültig?

Wie sind wir heute?

Wie sollen wir sein!
Erlöst durch sein Opfer, 
selig auf Ihn
vertrauend, 
hungernd nach seinen
Worten, 
friedliebend, rechtschaffen und
barmherzig, 
lauteren Herzens, 
so, wie
es Jesus in den Acht Seligpreisungen gelehrt hat. (s. Mt 5,3-12)

Alfred Vogler

40 Jahre Pfarrei zu den Acht Seligkeiten

Im Frühjahr 2006 jährt sich die Weihe des nach Plänen von Dipl. Architekt Oskar Wittek erbauten Gotteshauses zum 40. Mal. Am 02. April im Jahre 1963 erfolgte der erste Spatenstich durch Geistlichen Rat H. H. Christoph Kaiser, am 14. November 1964 war die Grundsteinlegung und am Sonntag, den 26. März 1966 weihte Diözesanbischof Dr. Josef Stimpfle den modernen Kirchenbau.

Am 16. Oktober 1966 fand die Weihe der Glocken statt, die zuvor in einem feierlichen Zug zur Kirche gebracht worden waren.

Im Advent desselben Jahres wurde das Kreuz über dem Altar installiert, das in der Bevölkerung Füssens nicht nur Zustimmung erntete und rege Diskussionen entfachte, wie der Tagespresse in der damaligen Zeit zu entnehmen ist.

Durch die Gründung des Kindergartens St. Gabriel im April 1967 und die Eröffnung der Pfarrbücherei im Juni 1971 wurde die Pfarrei um wesentliche Elemente bereichert.

In seiner Dankrede beim ersten Spatenstich sagte Geistl. Rat Stadtpfarrer Kaiser: 
"Die Kirche sei das Herz der menschlichen Wohngemeinschaft. Eine Landschaft ohne Kirche sei wie eine Wiese ohne Blumen, wie eine Nacht ohne Sterne oder wie ein Antlitz ohne Augen“.

Die Pfarrer Leonhard Heinle, Herbert Schuler, Erich Renz und Hans-Ulrich Schneider sorgten durch ihre seelsorgerische Arbeit dafür, dass die Kirche zu den Acht Seligkeiten das Herz der Pfarrei im Füssener Westen war.

Exakt nach 40 Jahren, am Sonntag, den 26. März 2006, feiern wir zum 40. Mal die Weihe unserer Pfarrkirche zu den Acht Seligkeiten.

Wir laden Alle ein, mit uns zu feiern, in einem Festzyklus, der bereits in diesem Advent beginnt und im Oktober 2006 enden wird.

Manfred Sailer

Die Dritte im Bunde der Pfarreiengemeinschaft glänzt mit drei Perlen:

Die Pfarrei St. Walburga in Weissensee

Weissensee ist eine Pfarrei mit 23 kleineren und größeren Ortsteilen, weit zerstreut, jedoch in wunderbare Landschaft eingebettet.

Die Pfarrkirche St. Walburga befindet sich im Ortsteil Weissensee, direkt am nördlichen Ufer des Weissensees. Ihr Ursprung reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Der romanische Unterteil des Turmes besteht noch aus dieser Zeit. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche vergrößert und vollkommen neu gestaltet: drei neue Altäre, Stuckaturen und eine neue Bemalung. Der Hochaltar ist vom späteren Erbauer der Wieskirche, Dominikus Zimmermann erstellt. Das Altarbild zeigt die hl. Walburga mit Philipp und Jakobus, eingerahmt in bunte Stuckmarmorsäulen, passend dazu die beiden Seitenaltäre. Am Marienaltar ist das Bild der „Vierzehn Nothelfer“, am Josephsaltar sehen wir die Ritter Martin, Sebastian und Georg. Das große Deckenfresko im Langhaus ist dem hl. Magnus gewidmet und zeigt ihn als Drachentöter. Der Apostel des Allgäus hat durch seine Ansiedlung in Füssen den Grundstein für das spätere Benediktinerkloster gelegt, dessen Kirche heute die Pfarrkirche der Stadtpfarrei St. Mang ist.

Am westlichen Ufer des Sees steht im Ortsteil Oberkirch die „Nikolaus- Kapelle“.

Urkundlich ist sie erstmals im Jahre 1420 erwähnt. Im Jahr 1617 wurde sie umgestaltet und renoviert. Die Holzaltäre tragen eine dunkle, graublaue Fassung mit vergoldeten Ornamenten. Das Hochaltarbild zeigt „Christus am Kreuz mit Maria und Johannes“, die Seitenaltäre stellen die „Geburt Christi“, sowie die „Mariahilf - Muttergottes“ dar. An der Langhausnordwand hängt ein lebensgroßes Kruzifix mit geschnitztem Korpus und beweglichen Armen. Die einladende Atmosphäre der Kapelle lädt zum Verweilen, zum Gebet und zu den unterschiedlichsten Gottesdiensten im kleineren Kreis ein.

Im Ortsteil Wies, am nordwestlichen Teil der Pfarrei, steht inmitten einer Wiese die „Josephs - Kapelle“.

Der Grundstein wurde 1697 gelegt. Sie war in kurzer Zeit erbaut. Die letzte Renovierung wurde 1980 durchgeführt und gleichzeitig ein Vorzeichen und eine Sakristei angebaut. Mittelpunkt der Kapelle ist ein neuromanischer Altar mit Reliefschnitzereien. Anstelle von Seitenaltären findet man eine barocke Muttergottes und einen Wiesheiland an der Geißelsäule. Seit 1832 wird hier an Werktagen die hl. Messe gelesen. 

Ein weiteres Juwel ist der denkmalgeschützte Pfarrhof. 

Durch seine barocke Architektur und seine wunderbare Lage unmittelbar am See ist er ein willkommener Altersruhesitz für Geistliche, die sich auch noch in der Pfarrseelsorge einbinden lassen.

Gerlinde Stöger und 
Josefine Grieser

Blick zu den Nachbarn:

Ein Haus spiegelt das Leben der Pfarrei Hopfen zwischen großer Vergangenheit und lebendiger Zukunft wider.

Zum Pfarrhof gehörte früher immer ein Widum

Schon Kaiser Ludwig der Fromme (814 - 840) ordnete an, dass der Pfarrklerus neben dem Pfarrhaus mit einer „curia dotalis" ausgestattet sein müsse. So hat auch Hopfen mit der Errichtung der Pfarrei einen Widum erhalten. Dieser hatte ein beträchtliches Ausmaß und wird als der größte und schönste Hof von Hopfen neben dem Maierhof bezeichnet. Er wurde vom Pfarrer in Hopfen bis gegen Ende des vorigen (19. Jh. Anm. d. Red.) Jahrhunderts betrieben. 

Der Pfarrer von Hopfen musste dem Bischof bei Verleihung der Pfarrei als Inhaber des Widums ein Pfund Pfeffer geben, ebenso, wenn der Bischof in Füssen als seiner Sommerresidenz weilte. Es war dies eine Art Gastgeschenk.“

Aus: Georg Guggemos „Die Pfarrei Hopfen“ S. 7 .

Im Frühjahr 1998 wurde nach langen Verhandlungen mit dem Umbau des Pfarrhofes begonnen und im Juni 2001 konnte der Umbau fertiggestellt werden. Am 1.7.2001 war Einweihung des neuen Pfarrhauses verbunden mit einem Pfarrfest. 

Meditation im Pfarrhaus Hopfen

Im Pfarrhaus Hopfen wird von Pfarrangehörigen derzeit ein großer Mehrzweckraum als Meditationsraum eingerichtet. Ab Herbst wird P. Nathanael, der Pfarradministrator von Hopfen, dort einen Einführungskurs als Abendveranstaltung in Meditation anbieten. Er selbst praktiziert die ungegenständliche Meditation, das Sitzen in Stille, seit über 20 Jahren.

Immer mehr Menschen fragen heute nach der Meditation. Sie sehnen sich nach Stille, nach Sammlung, nach dem Wiederfinden der verlorenen „Mitte“ oder auch nach religiöser Erfahrung. 

Meditation ist eine Übung, die den ganzen Menschen einbezieht. Schnelle, spektakuläre Erfolge werden nicht geboten, vielmehr ein langsames, gründliches Reifen in regelmäßigem, geduldigem Üben. In dieser Übungsform wird nicht über einen Gegenstand oder ein Thema meditiert, sondern man sitzt in einer bestimmten aufrechten Haltung, ruhig atmend, wach und gesammelt, offen für alles, was geschieht. Mit Körper und Geist wird allmählich eine Haltung eingeübt, die auch das alltägliche Leben verwandeln kann. Christen vermag dieser Übungsweg zu helfen, offen zu werden für Gott, den Glauben zu vertiefen, den Grund des Seins zu erfahren, als Mensch wesentlicher zu werden und den Blick zu öffnen für die Welt, die sie umgibt.

Unser Franziskanerkloster in Füssen

Für die Franziskaner ist das vor 20 Jahren aufwendig und großzügig sanierte Füssener Kloster ein Urlaubs- und Erholungskloster für Mitbrüder aus verschiedenen Orden und Provinzen. Zudem ist das Haus neben der Seelsorge in der Klosterkirche, im Krankenhaus, in Hopfen und in der Mitarbeit in der Pfarreiengemeinschaft für die älteren Brüder aus der eigenen Provinz ein beliebter Altersruhesitz.

Im Franziskanerkloster Füssen hat es im vergangenen Jahr einen großen Wechsel gegeben. Derzeit bewohnen 7 Brüder das in Bayern wohl schönste Franziskanerkloster.


Von links nach rechts: P. Hubert, P. Kasimir, P. Askanius, P. Nathanael, P. Ernst, Br. Johannes, P. Volkmar

P. Nathanael ist der Guardian (Hausobere) des Klosters. Er ist auch Kurseelsorger und Pfarrer der kleinen Pfarrei Hopfen am See. Sein Stellvertreter ist P. Ernst. Er ist Ökonom des Hauses und Seelsorger im Krankenhaus Füssen.

P. Askanius ist mit 92 Jahren auch der Provinzsenior der bayerischen Franziskaner. In seinem hohen Alter ist er immer noch rüstig und genießt täglich die frische Luft und die herrliche Umgebung Füssens mit ausgiebigen Spaziergängen.

P. Volkmar ist bereits nahezu 20 Jahre in Füssen vielen Menschen bekannt. Mit seinen 85 Jahren feiert er noch gerne und oft die Hl. Messe und ist für viele Menschen der Beichtvater. 

P. Kasimir gehört seit zwei Jahren dem Füssener Konvent an. Er gehört zur Breslauer Franziskanerprovinz und ist zur Genesung seiner Krankheit in Füssen.

P. Hubert arbeitete die letzten 8 Jahre in einem Bildungs- und Exerzitienhaus. Im Füssener Kloster ist er seit 1. Juni zuständig für die Gästebetreuung, er wird Angebote machen für Yoga, Meditation und Fasten im Alltag. 

Br. Johannes, mit 40 Jahren der Jüngste in unserer Gemeinschaft, sorgt als Koch für das leibliche Wohl der Brüder, er ist Pförtner und der Mesner der Klosterkirche.

Pater Nathanael Hausner

Christliche Gastfreundschaft in Füssen

Mancher Gast in unseren Kirchen wird schon festgestellt haben, dass besonders in den Sommermonaten viele Ordensfrauen an den Gottesdiensten teilnehmen. Auch bei den Orden ist Füssen als Urlaubsort bekannt und beliebt. Nach einem arbeitsreichen Jahr haben die Frauen einen Urlaub wohl verdient und werden in drei Häusern von Mitschwestern verwöhnt. Viele von ihnen gehören im Sommer zu unseren Stammgästen. Wir freuen uns immer wieder auf diese bekannten Gesichter und die Begegnungen in der Kirche, aber auch in der Stadt. 

Die Barmherzigen Schwestern haben in der Hiltepoldstraße ihre Heimat, das Sonnenheim. Ordensfrauen aus dem ganzen deutschen Sprachgebiet sind dort immer wieder auf Erholung. Die ruhige Lage und die Nähe zum Zentrum wird sehr gerne angenommen. Der Weg durch die Altstadt zu den Kirchen St. Mang und St. Stephan ist beliebt, verläuft er ja nahezu eben.

In der Ottostraße sind die Schwestern der Kongegration vom Heiligen Josef, die Ursberger Schwestern zu Hause. In Ursberg betreut diese Kongregation die größte Behinderten – Einrichtung Süddeutschlands, in der 1100 Menschen leben und arbeiten. In Füssen holen sich die Ordensfrauen neue Kraft für ihren anstrengenden, unschätzbaren Dienst.

An der von Freybergstraße haben die Schwestern vom göttlichen Erlöser, die Niederbronner Schwestern ihr Erholungsheim. Von diesem Orden wurde in Füssen eine ganze Reihe von Einrichtungen über viele Jahre betreut. Dazu gehörten: Das Kreiskrankenhaus – das Krankenhaus der Hanfwerke – die Kinderkrippe der Hanfwerke – das Ulrichs- und Notburgaheim – das Bürgerspital und nicht zuletzt die ambulante Krankenpflege. Leider ist heute nur noch eine Ordensfrau im Füssener Krankenhaus tätig. Schwestern aus vielen Kongregationen finden hier, in St. Virginia, Ruhe, um neue Kräfte zu sammeln.

Ein weiterer, sehr geschätzter Ort ist das Haus Sankt Ulrich in Bad Faulenbach. Die Zielrichtung hier ist auf Gäste aus dem Priesterberuf und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst ausgerichtet. Gerne tagen hier auch kirchliche Gruppierungen. Zum Haus gehört auch eine sehr schöne Kirche, die dem Heiligen Maximilian geweiht ist.

Zu allen Häusern verbindet uns eine lange Tradition. Wir sind sehr dankbar, für die unschätzbaren Dienste, die geleistet werden. Mit den Schwestern sind wir in anerkennender Kameradschaft verbunden. Sie gehören zu uns. Christliche Gastfreundschaft ist in Füssen zu Hause.

Fredl Hofmann, Diakon

Konstitution der Pfarreiengemeinschaft

Kirchenführung